Mageres Wachstum im Britischen Einzelhandel

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Von: DailyForex

Daten des Office for National Statistics (ONS) für Januar zeigen, dass die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien nur um 0,1% gegenüber Dezember gestiegen sind. Diese mangelnde Leistung lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen, die natürlich zusammenwirken: höhere Preise für angebotene Waren und sinkende Kaufkraft, da die Lohninflation weiterhin der offiziellen VPI-Inflationsrate hinterherhinkt.

Auf der einen Seite stieg der Verkauf von Sportgeräten, ein Faktor, der auf eine Reihe von Neujahrsvorsätzen zurückzuführen war, um fitter zu werden und ein paar Kilos zu verlieren, aber andererseits fielen die Lebensmittelverkäufe. Bei näherer Betrachtung sind diese beiden Fakten möglicherweise miteinander verknüpft, und die Verbraucher achten sorgfältig darauf, ihre Neujahresvorhaben zu respektieren (oder nicht). Gegen die gesunde Option wird die Tatsache abgeschwächt, dass es bei den Einzelhandelsverkäufen zu einer "anhaltenden Verlangsamung" gekommen ist, und die Daten vom Januar sind nur ein weiterer Schritt auf diesem Weg.

Betrachtet man die Daten im Jahresvergleich, so war der Absatz im Januar 2018 um 1,6% höher als vor einem Jahr. Dies ist die beste Entwicklung seit dem Vergleichswert im August 2017. Die Inlandsnachfrage ist dabei die treibende Kraft jeder Wirtschaft und in diesem Kontext ist die Leistung im Vereinigten Königreich nichts Spektakuläres. Die Weltwirtschaft hat sich seit dem Brexit-Votum stabilisiert, während die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs zwar positiv ist, aber noch lange nicht so stark wie in anderen führenden Volkswirtschaften, was sicherlich die wirtschaftlichen Konsequenzen der Brexit-Entscheidung widerspiegelt.

Rhian Murphy, ein leitender Statistiker bei ONS, fasste die Daten folgendermaßen zusammen: "Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze war zu Beginn des neuen Jahres weitgehend flach, wobei das längerfristige Bild eine anhaltende Verlangsamung in diesem Sektor zeigte. Dies ist teilweise auf einen Hintergrund allgemein steigender Preise zurückzuführen."

Herkömmliche "High Street"-Händler haben die Krise zu spüren bekommen, da das verfügbare Einkommen der Verbraucher gesunken ist und sie ferner einem harten Wettbewerb durch Online-Händler ausgesetzt waren. Dies hat zu Arbeitsplatzverlusten bei diesen traditionellen Einzelhändlern geführt. Der Bekleidungshändler und das Warenhaus Debenhams plant, nach einer enttäuschenden Weihnachtssaison 320 Managementjobs zu kürzen, um Kosten zu sparen. Die großen drei Supermärkte, Tesco, Sainsbury's und Morrisons, müssen alle Stellen streichen, um ihre Rentabilität zu verbessern.

Richard Lim von Retail Economics fasste die Situation zusammen: "Nach einer Welle von Gewinnwarnungen und Ankündigungen von Stellenkürzungen bestätigen diese Zahlen einen schrecklichen Jahresstart für den Einzelhandel. Tatsächlich ist dieser Januar der schlechteste seit 2013. Die Inflation hat sich teilweise als klebriger herausgestellt als erwartet wurde und ist in vielen Haushalten auf einem unangenehm hohen Niveau verharrt. Da die Ausgaben für die Grundbedürfnisseen Großteil persönlicher Finanzen aufbrauchen, haben Verbraucher ihre Ausgaben in anderen Bereichen weiter gekürzt."

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