EU reagiert auf US-Tarife

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Die Verbraucher in der Europäischen Union werden ab heute mehr für vestimmte US-Importe zahlen. Wenn das nach einer schlechten Idee klingt, dann ist es eine Antwort auf die Forderung der US-Behörden, mehr für die Einfuhr von Stahl- und Aluminiumwaren aus der EU zu zahlen. Die Idee hinter dem ursprünglichen Schritt ist, dass durch die Erhebung eines Zolls auf ausgewählte Importe einheimische Produzenten einen Vorteil erhalten, der die Nachfrage nach ihren Produkten auf dem heimischen Markt steigen lassen sollte. Natürlich, wenn die inländische Versorgung nicht den Mengenanforderungen, Qualitätsanforderungen oder Spezialprodukten gerecht wird, dann müssen die Kunden in den USA einfach mehr für die importierten Produkte bezahlen, die sie benötigen.

Die Reaktion der EU wird durch das Gefühl ausgelöst, dass die US-Zölle auf ihre Produkte einfach unfair sind, weil sie zu einem fairen internationalen Preis vermarktet werden und nicht auf dem US-Markt "gedumpt" werden. Den chinesischen Behörden wurde von der EU und den USA (unter anderem) vorgeworfen, die Ware auf den internationalen Märkten entweder zu sehr niedrigen Margen oder unter den Produktionskosten zu verkaufen. Ziel dieses Dumpings ist es, (unfairerweise) einen höheren Marktanteil zu sichern und Wettbewerber an die Wand zu drängen.

Die EU hat damit begonnen, Zölle auf US-Ausfuhren wie Orangensaft, Bourbon-Whiskey und Motorräder im Wert von rund 2,8 Mrd. EUR zu erheben - insbesondere auf die legendäre Harley-Davison-Reihe. Die Verbraucher können entscheiden, billigere Produkte aus anderen Quellen zu kaufen, es sei denn, sie wollen eine Harley, in diesem Fall ist ihre Wahl zu warten, bis der Handelskrieg endet oder den höheren Preis bezahlen.

Indien hat auch die Zölle gegen 29 US-Exporte als Reaktion auf die US-Zölle gegen seine Exporte ab Anfang nächsten Monats angehoben.

Das vorgehen Trumps wurde entwickelt, um die Arbeiterklasse in den USA anzusprechen. Es ist Teil eines Mantra der US-Arbeitsplätze für US-Arbeiter, stellt aber eine allzu vereinfachte Sicht der wirtschaftlichen Realitäten des 21. Jahrhunderts dar. Die Trump-Verwaltung sieht Handelsungleichgewichte mit anderen Nationen als "Ausnutzung" der USA.

Dr. Mike Campbell ist ein britischer Wissenschaftler und freier Schriftsteller. Mike hat in Gent promoviert und ist seitdem in Belgien, Frankreich, Monaco und Österreich tätig. Als Schriftsteller spezialisiert er sich auf Wirtschaft, Wissenschaft, Medizin und Umweltthemen.